Transvulcania auf La Palma – mein erstes Saisonziel

La Palma
La Palma

Der Ultratrail auf den Kanaren war mein erstes Saisonziel in diesem Jahr. Verschiedene kleinere und grössere Blessuren prägten die Vorbereitungszeit, was mich jedoch nicht daran hinderte, motiviert auf dieses Rennen auf La Palma zu trainieren. Auch das starke Umknicken meines Fusses rund eineinhalb Monate vor dem Rennen liess mich zuversichtlich bleiben. Nach einer kurzen Trainigspause infolge dieses Vorfalls konnte ich das reguläre Training wieder aufnehmen.

 

In dieser Vorbereitungszeit absolvierte ich auch zwei Wettkämpfe. Am Zürich Marathon gelang es unserer Mannschaft TV Oerlikon I die bisherige Bestzeit im Teamrun souverän zu unterbieten. Am 1. Mai fand für mich am Sihltaler Frühlingslauf bei strömendem Regen ein letzter Tempotest statt. Dieser fiel positiv aus: Overall Platz 4 / Alterkategorie Platz 1.

 

Freudig reiste ich am 5. Mai nach La Palma, gespannt was mich erwartet. Laut verschiedenen Internetberichten werde ein grosser Teil der Weltspitze der Trailläufer am Start sein.

Auf dem Weg zum Refugio del Pilar
Auf dem Weg zum Refugio del Pilar

Am Wettkampftag, 9. Mai 2015, hiess es früh aufstehen. Denn bereits um 3.00 Uhr in der Früh wurden die Läuferinnen und Läufer mit Bussen von Los Llanos zum Leuchtturm von Fuencaliente chauffiert. Vor dem Start am südlichsten Punkt der Insel herrschte eine eindrückliche Stimmung, als sich 1800 Wettkampfteil-nehmerInnen in der Dunkelheit mit Stirnlampen bereit stellen.

Die Laufstrecke bog nach rund 400 Metern nach dem Start bereits auf einen schmalen Trailweg, was ein grosses Gedränge mit sich brachte. Im Licht der Stirnlampe erklommen wir die ersten Höhenmeter Richtung Los Canarios. Dort erwartete uns ins in diesen frühen Morgenstunden, noch in der Dunkelheit, ein gigantisches Fest. Wir Läufer wurden von hunderten von Zuschauern angefeuert und durften durch einen Spalier, welcher kaum einen Meter breit war, bergwärts laufen.

Auf diesen ersten Rennkilometern knickte ich meinen schon lädierten Fuss zweimal heftig um. Bergwärts konnte ich weiterhin gut laufen, verspürte ich da kaum Schmerzen. Beim ersten längeren Abstieg, nach rund 2200 Höhenmetern Anstieg, zum Refugio Del El Pilar konnte ich jedoch kaum mehr laufen. Jeder Schritt schmerzte höllisch, so dass ich mich gezwungen sah, beim Refugio Del El Pilar das Medical Team aufzusuchen. Im Hinblick auf die noch anstehenden 50 Kilometer und nochmals 2200 Höhenmeter berg- und talwärts, beendete ich das Rennen.

 

Die medizinischen Abklärungen in der Schweiz ergaben, dass ein Band angerissen oder gerissen ist, dies vermutlich schon seit längerer Zeit. Jetzt heisst es Geduld haben, den Fuss stabilisieren, langsam aufbauen und im Frühherbst hoffentlich in alter Frische wieder angreifen... keep on running!